Über der Schilf- und Teichlandschaft am Schwarzen Meer tauchen immer neue Vögel auf. Löffler und Sichler fliegen zu ihren Brutkolonien. Zwergscharben suchen Nahrung. Am Ufer der Teiche sitzen Purpur- und Nachtreiher. Und das alles am Rand von Burgas, der viertgrössten Stadt Bulgariens – nicht etwa in einer von der Zivilisation weit entfernten Wildnis. Tausende von Besuchenden und viele Schulklassen können hier das spannende Geschehen in den Brutkolonien jedes Jahr geniessen, dank der Infrastruktur des Naturzentrums Poda.
Dass es das Naturzentrum Poda gibt und der Schutz der international wichtigen Feuchtgebiete gelungen ist, ist der unermüdlichen Arbeit der bulgarischen BirdLife-Organisation BSPB zu verdanken, wie auch der jahrelangen Unterstützung durch BirdLife Schweiz. Und es ist nur ein Beispiel dafür, wie gut die Zusammenarbeit innerhalb der BirdLife-Partnerschaft funktioniert – und was BirdLife über die Grenzen hinweg bewirkt.
Das international wichtige Naturreservat Poda bei Burgas wird von der BSPB/BirdLife Bulgarien unterhalten. Es ist für viele Zug- und Wasservögel von zentraler Bedeutung. Im Bild ist das Naturzentrum der BSPB links unten zu erkennen. © Dimitar Gradinarov/BSPB;
Über der Schilf- und Teichlandschaft am Schwarzen Meer tauchen immer neue Vögel auf. Löffler und Sichler fliegen zu ihren Brutkolonien. Zwergscharben suchen Nahrung. Am Ufer der Teiche sitzen Purpur- und Nachtreiher. Und das alles am Rand von Burgas, der viertgrössten Stadt Bulgariens – nicht etwa in einer von der Zivilisation weit entfernten Wildnis. Tausende von Besuchenden und viele Schulklassen können hier das spannende Geschehen in den Brutkolonien jedes Jahr geniessen, dank der Infrastruktur des Naturzentrums Poda.
Dass es das Naturzentrum Poda gibt und der Schutz der international wichtigen Feuchtgebiete gelungen ist, ist der unermüdlichen Arbeit der bulgarischen BirdLife-Organisation BSPB zu verdanken, wie auch der jahrelangen Unterstützung durch BirdLife Schweiz. Und es ist nur ein Beispiel dafür, wie gut die Zusammenarbeit innerhalb der BirdLife-Partnerschaft funktioniert – und was BirdLife über die Grenzen hinweg bewirkt.
«Der Erwerb von Flächen für Naturschutzzwecke ist in Bulgarien nach wie vor möglich und bleibt ein wichtiges Instrument des Naturschutzes, insbesondere für Feuchtgebiete, Grünland und Küstenlebensräume. Die BSPB/BirdLife Bulgarien hat 798 Hektaren Land erworben und setzt diese Praxis fort. Allerdings sind die Grundstückspreise in den letzten 20 Jahren erheblich gestiegen, und es mangelt an einer landesweiten Kultur des Spendens für Naturschutz.»
Stoycho Stoychev, BSPB/BirdLife Bulgarien
Die Aktion «Chance Osteuropa»
Bereits 1991 startete die grosse SVS-Aktion «Chance Osteuropa». Ziel war es, Gruppierungen von Naturschützenden in den Ländern so zu entwickeln und zu stärken, dass möglichst viele Naturwerte gesichert werden konnten. Die in der mehrjährigen Aktion gesammelten Mittel flossen zudem in Landkäufe der wertvollsten Naturflächen – und in Umweltbildungsmassnahmen, wie in Poda. Hier startete der Bau des Naturzentrums bereits 1996, Eröffnung war 1998. Ein zweites Naturzentrum errichtete die BSPB/BirdLife Bulgarien mit Hilfe des SVS in Madzharovo in den Rhodopen. Dies geschah ebenfalls bereits 1998, ein Jahr vor der Eröffnung des ersten BirdLife-Naturzentrums im Neeracherried. Nicht selbstverständlich: Beide Naturzentren in Bulgarien funktionieren bis heute sehr gut, trotz vieler Entwicklungen und Umwälzungen im Land.
Auch die vielen Naturflächen, die in ganz Osteuropa dank der Hilfe aus der Schweiz gesichert werden konnten, stehen noch heute unter Schutz. Das ist zentral, sollte doch das Engagement möglichst nachhaltig wirken. Die BirdLife-Naturschutzvereine und -Kantonalverbände trugen den Schwerpunkt Osteuropa über Jahre mit. Viele Sektionen unterstützten BirdLife-Projekte aus ihren eigenen Mitteln. Preisträger von Naturschutz- und wissenschaftlichen Preisen trugen ihr Preisgeld bei. Gemeinnützige Fonds der Kantone sprachen Geld.
BirdLife Schweiz nahm aber auch die öffentliche Hand in die Pflicht und erreichte, dass bereits die ersten Osteuropa-Kredite des Bundes ab 1990 auch Naturschutzprojekte finanzierten. In Bulgarien konnten BirdLife Schweiz und Pro Natura so ein Millionenprogramm begleiten. Dieses führte zum Schutz unzähliger Feuchtflächen und Berggebiete, zur Entwicklung der Organisationen und zur Sensibilisierung der Bevölkerung.
«Seit dem EU-Beitritt Rumäniens 2007 wächst die Wirtschaft stark, was sich auch in einer Intensivierung der Landwirtschaft und reger Bautätigkeit widerspiegelt. Die Natur kommt verstärkt unter Druck. Gleichzeitig ist dafür der Zugang zu europäischen Fördermitteln für Naturschutzprojekte einfacher geworden. In jüngster Zeit haben allerdings politische Veränderungen zu Instabilität geführt, was sich negativ auf die Aktivitäten von NGOs auswirkt: Viele NGOs sind verschwunden oder haben finanzielle Schwierigkeiten.»
Teodora Domșa, SOR/BirdLife Rumänien
Zwergseeschwalbe © Ralph Martin
Krauskopfpelikan © Beat Rüegger
Damit ist bereits angetönt: Das Engagement von BirdLife Schweiz widmete sich nicht allein Bulgarien. Begonnen hatte es in Ungarn, und zwar noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs. Dort war die heutige BirdLife-Organisation MME bereits 1974 gegründet worden, 15 Jahre vor dem Ende der kommunistischen Diktatur. 1987 erhielt die MME/BirdLife Ungarn von BirdLife Schweiz Mittel für den Organisationsaufbau. Und der erste Landkauf zur Sicherung der naturnahen Fischteiche von Boronka südlich des Plattensees erfolgte 1990. Es folgten Käufe von Feuchtgebieten in Biharugra, Borsos und Hortobágy.
Dank BirdLife Schweiz konnte die MME/BirdLife Ungarn Teiche bei Biharugra kaufen. Im Bild überwinternde Gänse. © Gábor Simay
Wie ist die Situation heute?
Das Engagement von BirdLife Schweiz umfasste auch die baltischen Staaten, Polen, die Slowakei, Rumänien, Slowenien, die Länder des Kaukasus und seit 2023 die Ukraine. Auch andere westeuropäische BirdLife-Organisationen engagierten sich. Ein systematisches, langfristiges Osteuropa-Programm führten primär die RSPB/BirdLife Grossbritannien, der NABU/BirdLife Deutschland, Vogelbescherming/BirdLife Niederlande und wie erwähnt BirdLife Schweiz durch.
Was hat diese Hilfe den Ländern in Osteuropa gebracht, und wo stehen die entsprechenden BirdLife-Organisationen und der Naturschutz heute? Bleiben wir vorerst in Bulgarien: Die beiden in den 1990er-Jahren geschaffenen Naturzentren haben sich zu Dreh- und Angelpunkten für den Schutz der Artenvielfalt wie auch für Bildung, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit in zwei international bedeutenden Regionen entwickelt. Die Burgas-Bucht an der Schwarzmeerküste ist einer der wichtigsten Migrationsengpässe Europas entlang der Vogelzugsroute «Via Pontica» und zugleich Brutplatz gefährdeter Arten. Mit dem Bau spezieller Brutinseln konnte die BSPB/BirdLife Bulgarien erreichen, dass sich kürzlich der seltene Krauskopfpelikan angesiedelt hat. Auch das bereits erwähnte Naturzentrum in den östlichen Rhodopen spielt nach wie vor eine entscheidende Rolle hinsichtlich Naturschutz, Umweltbildung, Ökotourismus und Langzeitbeobachtung. Überdies konnte die BSPB/BirdLife Bulgarien bisher 798 Hektaren Land kaufen – das ist achtmal so viel wie das Neeracherried.
© Robert Nieznański / mauritius images
Die OTOP/BirdLife Polen konnte die Zerstörung des Rospuda-Tales bei Augustów durch den Bau einer Autobahn verhindern. Im Gebiet kommen u. a. noch Elche vor.
Der EU-Beitritt Bulgariens 2007 eröffnete ganz neue Möglichkeiten für den Naturschutz, müssen doch alle EU-Mitgliedstaaten das Schutzgebietsnetz «Natura 2000» einrichten. Dabei war die fachgerechte Mitarbeit der BSPB entscheidend, welche unterdessen als wichtige Naturschutzkraft fest verankert war und über Monitoring-Daten verfügte. Auch das Inventar der Important Bird and Biodiversity Areas (IBAs), das bei den Schweizer Behörden leider fast keine Rolle spielt, erhielt in Bulgarien und anderen osteuropäischen Ländern eine entscheidende Bedeutung. Denn die EU-Länder sind verpflichtet, Vogelschutzgebiete gemäss der EU-Vogelschutzrichtlinie einzurichten. Die IBAs sind dafür eine der besten Grundlagen. In Bulgarien existieren heute 120 dieser europäischen Vogelschutzgebiete, mit einer Fläche von insgesamt 26’225 km2. Das entspricht 24 % der Landesfläche. Es ist Pflicht der EU-Staaten, die Bestände der gefährdeten oder spezialisierten Arten mittels detaillierter Managementpläne zu erhalten.
«Das gesellschaftliche und v. a. das politische Umfeld in Ungarn war dem Naturschutz in den letzten Jahren nicht förderlich; wirtschaftliche Interessen hatten meist Vorrang. Dennoch konnte die MME bedeutende Erfolge erzielen, v. a. dank der Unterstützung durch Privatpersonen und EU-Förderprogramme (LIFE, Interreg). In jüngster Zeit haben in Ungarn bedeutende politische Veränderungen stattgefunden; die derzeitige Regierung verspricht die Wiedereinführung eines eigenständigen Umweltdepartements sowie eine stärkere Unterstützung der Zivilgesellschaft, was für die Zukunft ermutigend ist. Grosse Sorge bereiten die laufende Intensivierung der Landwirtschaft und der Niederschlagsmangel infolge des Klimawandels.»
Dénes Nagy, MME/BirdLife Ungarn
Die zweite positive Konsequenz des EU-Beitritts waren die Finanzen. Konnte BirdLife Schweiz jede osteuropäische BirdLife-Organisation über die Zeit mit ein paar zehn- oder maximal hunderttausend Franken unterstützen, finanziert die EU Naturschutzprojekte im Rahmen des LIFE-Programms mit Millionen. Die BSPB/BirdLife Bulgarien war oder ist weiterhin in mindestens sechs solchen Programmen aktiv. So koordiniert sie das LIFE-Schutzprogramm für den Schmutzgeier und dessen Zugrouten, mit 22 beteiligten Organisationen in 14 Ländern. Für die Rothalsgans koordiniert die BSPB ein internationales Projekt bis nach Zentralasien.
Von der Rothalsgans leben global nur noch 10’000 bis 25’000 Paare. Fast alle überwintern am Schwarzen Meer. Die BSPB/BirdLife Bulgarien koordiniert ein internationales Schutzprojekt. © Ralph Martin
Rasante Entwicklungen
Ähnliche Entwicklungen wie in Bulgarien zeigten sich bei anderen BirdLife-Organisationen, mit denen BirdLife Schweiz seit den 1990er-Jahren zusammenarbeitete. Mit den Organisationen Estlands, Lettlands und Litauens verband BirdLife Schweiz ein reger Austausch und fachliche Unterstützung. Heute sind sie etablierte Naturschutzorganisationen mit breiten Aktivitäten (siehe Tabelle Seite 12). Etwas weiter südlich, in Polen, unterstützte BirdLife Schweiz auch die OTOP/BirdLife Polen massgeblich, sowohl beratend als auch finanziell. Die OTOP ist heute eine der grössten Naturschutzorganisationen des Landes und hat etwa gleich viele Mitarbeitende wie BirdLife Schweiz. Eine grosse und letztlich erfolgreiche Aktion, um den Bau einer Autobahn durch ein einzigartiges Moor im Rospudatal zu verhindern, machte sie europaweit bekannt.
«Die OTOP/BirdLife Polen ist heute eine der grössten Naturschutzorganisationen Polens. Wir schützen Wildvögel und ihre Lebensräume. Unsere Aktivitäten umfassen Monitoring, aktiven Naturschutz, Umweltbildung und umweltpolitische Massnahmen. Seit ihrer Gründung engagiert sich die OTOP für den Schutz des weltweit bedrohten Seggenrohrsängers. Wir sind aber z. B. auch an Langzeitprojekten zum Schutz der Blauracke und an einem grossen Vogelschutzprojekt im mittleren Weichseltal beteiligt.»
OTOP/BirdLife Polen
Intensive Kontakte hatte BirdLife Schweiz auch mit der APB/BirdLife Belarus. Dieser Verband hielt sich erfolgreich aus den Wirren um das Regime heraus und setzte sich für die Förderung gefährdeter Arten wie Seggenrohrsänger und Doppelschnepfe sowie für Moorvernässungen im Zehn-Quadratkilometer-Massstab ein. In den letzten Jahren wurden allerdings zahlreiche NGOs in Belarus verboten; 2022 traf es auch die APB. Grund war wohl der grosse Rückhalt in der Zivilgesellschaft: Der Verein hatte über 4000 Mitglieder – für osteuropäische NGOs ist das viel.
Spitzenreiterin ist die MME/BirdLife Ungarn mit über 10’000 Mitgliedern und über 30 Regionalsektionen. Damit ist sie heute eine der grössten Naturschutzorganisationen Mittel- und Osteuropas. Auch die MME/BirdLife Ungarn beteiligt sich an EU-LIFE-Projekten. Spezielle Förderprojekte hat sie für gefährdete Arten wie den Schwarzstorch, den Würgfalken, die Blauracke oder auch die gefährdete Ungarische Wiesenotter gestartet. Sie ist auch in der Umweltbildung sehr aktiv.
Mit der MME war BirdLife Schweiz auch jahrelang verbunden, weil die Schweiz Erweiterungsbeiträge an neue EU-Mitgliedstaaten zahlte. Zuerst galt es zu erreichen, dass von dieser sogenannten Kohäsionsmilliarde auch der Naturschutz in den Ländern profitieren konnte. Dann war es die Aufgabe von BirdLife Schweiz, den Einsatz der Bundesfinanzen zu begleiten, in Ungarn insbesondere beim Projekt für den nachhaltigen Schutz von Natura-2000-Gebieten. Ähnliche Projekte betreute BirdLife Schweiz in Bulgarien, Polen und der Slowakei.
Fritz Hirt (r.), Ehrenpräsident von BirdLife Schweiz, besucht Senné in der Slowakei. Mit Hilfe aus der Schweiz konnte BirdLife dort viel Land kaufen.
Von der Slowakei bis nach Georgien
Ein besonderes Verhältnis pflegt BirdLife Schweiz auch zur SOS/BirdLife Slowakei. Wir unterstützten dort mehrere Naturschutzprojekte, darunter Landkäufe im Gebiet der wertvollen Senné-Teiche im Osten. Der 2021 verstorbene Ehrenpräsident Fritz Hirt begleitete die SOS sehr eng in ihrer Entwicklung. In Tschechien wiederum ist die CSO aktiv. Sie hat 8500 Mitglieder. BirdLife Schweiz unterstützte auch hier einzelne Projekte, so den Kauf von Feuchtwiesen bei Josefov.
Vom Würgfalken gibt es global nur noch 6000–15’000 Paare. Mehrere BirdLife-Organisationen fördern die Art. © Beat Rüegger
Die rumänische BirdLife-Organisation SOR, lange ebenfalls unterstützt durch BirdLife Schweiz, entwickelt das IBA-Netzwerk und die EU-Vogelschutzgebiete weiter. Artenförderungsprojekte widmen sich dem Würgfalken, dem Schreiadler, dem Krauskopfpelikan und der Rothalsgans. Da im rumänischen Siebenbürgen eine grosse deutschsprachige Minderheit lebt, hat die SOR einiges Informationsmaterial aus der Schweiz übernommen. Besonderes Interesse bestand am BirdLife-Feldführer «Vögel der Schweiz»: Dieser wurde in sieben osteuropäischen Ländern von Slowenien bis nach Aserbaidschan übersetzt und oft mit zusätzlichen Arten erweitert. Denn die Unterstützung der neuen BirdLife-Organisationen Osteuropas hiess nicht immer, mit Finanzen zu helfen. Slowenien ist das beste Beispiel dafür: Fritz Hirt beriet die DOPPS/BirdLife Slowenien regelmässig in Fragen der Organisationsentwicklung. Später sagten uns die Verantwortlichen, dass es für sie wichtig war, auf Augenhöhe mit BirdLife Schweiz sprechen zu können, dann aber ganz ohne finanzielle Verbindlichkeiten selber über Projekte zu entscheiden.
«Die Rahmenbedingungen für den Naturschutz waren bislang recht schwierig, da dieser weder für die Regierung noch für die Gesellschaft eine Priorität darstellte. In den letzten Jahren hat jedoch das öffentliche Bewusstsein zugenommen. Der Grossteil unserer Finanzierung erfolgt über unseren Partner BirdLife.»
Irakli Matcharashvili, SABUKO/BirdLife Georgien
Der politische Druck steigt
Fazit: Dank der Anfangsunterstützung aus der Schweiz und einigen weiteren westeuropäischen BirdLife-Organisationen haben sich in den Ländern Osteuropas langfristig funktionierende Organisationen etabliert, die sich intensiv für den Naturschutz einsetzen. Als sich in einem Teil der Länder mit dem EU-Beitritt und den EU-Vogelschutzgebieten grosse Chancen auftaten, standen sie bereit. Heute sind sie gut verankert und in der Gesellschaft und bei den Behörden anerkannt.
Wie wird sich der Naturschutz in Osteuropa zukünftig entwickeln? Auf diese Frage antworten viele der angefragten BirdLife-Organisationen ähnlich. Der politische Druck gegen den Naturschutz scheint wie bei uns in vielen Ländern zuzunehmen, und die Versuche, die Arbeit der NGOs zu diskreditieren, werden immer lauter. Der Vorwurf: Die wirtschaftliche Entwicklung werde behindert. Zudem wird vielerorts der Ruf nach Deregulierung und Abbau der Umweltkontrollen lauter.
Die BirdLife-Familie wird sich dem Druck nicht beugen, sondern die Naturschutzarbeit weiter verstärken – zum Beispiel mit dem neuen grenzüberschreitenden Projekt «RENATE», an dessen Entwicklung BirdLife Schweiz ebenfalls stark beteiligt war. Mit dieser Initiative werden BirdLife-Organisationen auf dem Balkan, im Kaukasus und in der Türkei mit Fachwissen und Finanzierung unterstützt (siehe Ornis 3/25). Dabei entstehen konkrete Projekte zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme – von Seegraswiesen bis zu Graslandschaften.
Karte der Länder, in denen sich BirdLife Schweiz beim Aufbau der BirdLife-Organisationen engagiert hat. © SB
Werner Müller war von 1979 bis 2020 Geschäftsführer von BirdLife Schweiz. Ehrenpräsident Fritz Hirt und er haben das Osteuropa-Engagement von BirdLife Schweiz entwickelt und umgesetzt.
Unterstützen Sie internationale Projekte
Möchten auch Sie ins Projekt RENATE (Spendenzweck: «RENATE»), in Projekte in der Ukraine («Ukraine») oder generell in die internationale Arbeit von BirdLife («international») investieren? Vielen Dank für Ihre Spende unter birdlife.ch/spende!
BirdLife Schweiz, 8036 Zürich
IBAN: CH71 0900 0000 8006 9351 6
Diese BirdLife-Organisationen Osteuropas bzw. des Kaukasus wurden von BirdLife Schweiz unterstützt:
Armenien: FPWC gegründet 2002 40 Mitarbeitende Stiftung |
Lettland: LOB gegründet 1985 15 Mitarbeitende ca. 500 Mitglieder |
Slowakei: SOS gegründet 1985 (Vorgängerorganisation 1926) 14 Mitarbeitende 890 Mitglieder
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| Aserbaidschan: AOS (aufgelöst) |
Litauen: LOD gegründet 1984 22 Mitarbeitende >250 Mitglieder |
Slowenien: DOPPS gegründet 1979 35 Mitarbeitende 1100 Mitglieder
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Belarus: APB 2022 vom Regime verboten |
Polen: OTOP gegründet 1991 50 Mitarbeitende 2500 Mitglieder |
Tschechien: CSO gegründet 1926 46 Mitarbeitende 8500 Mitglieder
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Bulgarien: BSPB gegründet 1988 36 Mitarbeitende 500 Mitglieder
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Ungarn: MME gegründet 1974 50 Mitarbeitende 10’500 Mitglieder |
Ukraine: USPB gegründet 1994 7 Mitarbeitende 500 Mitglieder |
Estland: EOS gegründet 1921 11 Mitarbeitende >700 Mitglieder
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Rumänien: SOR gegründet 1990 20 Mitarbeitende 300 Mitglieder |
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Georgien: SABUKO gegründet 2014 15 Mitarbeitende 11 Mitglieder |
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Die Früchte langjähriger Partnerschaften